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Wie lassen sich Reklamationen bei Wandschaltschränken vermeiden?

Qualitätsprüfer mit weißem Handschuh untersucht geöffneten Stahlschaltschrank mit pulverbeschichteter Oberfläche in Industrieumgebung.

Reklamationen bei Wandschaltschränken lassen sich vor allem durch eine konsequente Qualitätssicherung entlang der gesamten Fertigungskette vermeiden. Entscheidend sind dabei drei Faktoren: präzise Konstruktionsunterlagen, eine hohe Fertigungstiefe beim Hersteller und ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem. Die folgenden Abschnitte beleuchten die häufigsten Fehlerquellen und zeigen, worauf Sie bei der Auswahl eines Lieferanten achten sollten.

Welche Ursachen haben typische Reklamationen bei Wandschaltschränken?

Typische Reklamationen bei Wandschaltschränken entstehen durch Maßabweichungen, mangelhafte Oberflächenbehandlung, undichte Gehäuse oder fehlerhafte Ausbrüche und Bohrungen. In vielen Fällen lassen sich diese Wandschaltschrank-Mängel auf unzureichende Fertigungskontrollen, fehlerhafte Zeichnungsunterlagen oder den Einsatz externer Zulieferer zurückführen, die der Hersteller nicht vollständig kontrollieren kann.

Im Einzelnen treten folgende Mängelkategorien besonders häufig auf:

  • Maßabweichungen: Gehäuse, die nicht exakt den spezifizierten Abmessungen entsprechen, passen nicht in die vorgesehene Einbausituation. Bereits geringe Toleranzfehler können dazu führen, dass Anbauteile nicht montierbar sind.
  • Oberflächenmängel: Ungleichmäßige Pulverbeschichtung, Kratzer oder Korrosionsansätze entstehen häufig dann, wenn Vorbehandlung und Beschichtung nicht aufeinander abgestimmt sind oder Qualitätskontrollen zwischendurch entfallen.
  • Dichtigkeitsprobleme: Undichte Gehäuse gefährden die Schutzklasse und damit die Betriebssicherheit der eingebauten Komponenten. Ursache ist oft eine unzureichende Dichtkante oder ein mangelhafter Türanschlag.
  • Fehlerhafte Ausbrüche und Bohrungen: Wenn Ausbrüche, Lüftungskiemen oder Gewindeschweißbolzen nicht zeichnungsgetreu ausgeführt werden, ist eine aufwendige Nacharbeit oder im schlimmsten Fall ein Komplettaustausch notwendig.

Viele dieser Mängel bleiben zunächst unentdeckt und fallen erst beim Kunden auf, was zu kostspieligen Rücksendungen, Produktionsausfällen und Vertrauensverlust führt.

Wie wirkt sich die Fertigungstiefe eines Herstellers auf die Fehlerquote aus?

Eine hohe Fertigungstiefe reduziert die Fehlerquote bei der Schaltschrank-Fertigung erheblich, weil der Hersteller jeden Produktionsschritt selbst kontrolliert. Werden hingegen einzelne Prozesse wie Beschichtung, Schweißen oder Blechbearbeitung an externe Zulieferer vergeben, entstehen an jedem Übergabepunkt potenzielle Fehlerquellen und Informationsverluste.

Wenn ein Hersteller die gesamte Wertschöpfungskette intern abbildet, von der Konstruktion über das Umformen und Schweißen bis zur Oberflächenbehandlung und Montage, gilt Folgendes:

  • Qualitätskontrollen können an jedem Fertigungsabschnitt durchgeführt werden, nicht nur am Ende.
  • Abweichungen werden frühzeitig erkannt und korrigiert, bevor sie sich durch weitere Prozessschritte fortsetzen.
  • Kommunikationsfehler zwischen verschiedenen Betrieben entfallen, da alle Beteiligten unter einem Dach arbeiten.
  • Lieferzeiten sind besser planbar, weil keine externen Kapazitätsengpässe berücksichtigt werden müssen.

Für Sie als Einkäufer oder Entwickler bedeutet das: Ein Hersteller mit geringer Fertigungstiefe kann zwar auf dem Papier günstigere Preise anbieten, trägt aber ein höheres Reklamationsrisiko. Fragen Sie deshalb gezielt nach, welche Fertigungsschritte intern und welche extern durchgeführt werden. Mehr dazu, wie eine vollständige interne Fertigung organisiert sein kann, finden Sie auf unserer Produktionsseite.

Was sollte ein Qualitätsmanagementsystem beim Schaltschrankbau leisten?

Ein wirksames Qualitätsmanagementsystem für die Qualitätssicherung im Schaltschrankbau muss mehr leisten als die Einhaltung einer Norm auf dem Papier. Es muss Prüfprozesse verbindlich festlegen, Abweichungen dokumentieren und eine kontinuierliche Verbesserung der Fertigungsabläufe sicherstellen.

Konkret sollte ein QM-System beim Schaltschrankbau folgende Leistungen erbringen:

  • Eingangswarenprüfung: Materialien und Halbzeuge werden vor der Verarbeitung auf Maßhaltigkeit und Beschaffenheit geprüft.
  • Prozessbegleitende Kontrollen: An definierten Fertigungsstufen werden Zwischeninspektionen durchgeführt, nicht erst am fertigen Produkt.
  • Endkontrolle: Jedes Gehäuse wird vor der Auslieferung auf Maße, Oberflächenqualität, Dichtigkeit und korrekte Ausführung aller Ausbrüche und Bohrungen geprüft.
  • Rückverfolgbarkeit: Jede Charge und jeder Auftrag muss lückenlos dokumentiert sein, damit im Reklamationsfall die Fehlerursache schnell identifiziert werden kann.
  • Reklamationsmanagement: Eingehende Beanstandungen werden systematisch analysiert, um strukturelle Fehler dauerhaft zu beseitigen.

Ein zertifiziertes System nach einem anerkannten Standard schafft dabei eine verbindliche Grundlage, die regelmäßig durch externe Audits überprüft wird. Für Sie als Auftraggeber ist die Zertifizierung ein belastbarer Hinweis, dass Qualitätsprozesse nicht nur beschrieben, sondern tatsächlich gelebt werden. Informationen zu unserem Qualitätsmanagementsystem finden Sie auf der entsprechenden Seite.

Wann entstehen Reklamationen durch fehlerhafte Konstruktionsunterlagen?

Fehlerhafte oder unvollständige Konstruktionsunterlagen sind eine der häufigsten, aber am wenigsten offensichtlichen Ursachen für Reklamationen bei Wandschaltschränken. Wenn Zeichnungen widersprüchliche Maße enthalten, Toleranzangaben fehlen oder Materialspezifikationen unklar sind, produziert selbst ein erfahrener Hersteller ein fehlerhaftes Bauteil.

Typische Probleme entstehen in folgenden Situationen:

  • Unvollständige Zeichnungsangaben: Fehlen Angaben zu Toleranzen, Oberflächengüte oder Materialstärke, trifft der Hersteller eigene Annahmen, die nicht zwingend mit den Erwartungen des Auftraggebers übereinstimmen.
  • Versionskonflikte: Wenn verschiedene Revisionen einer Zeichnung im Umlauf sind und nicht klar ist, welche die aktuelle ist, wird möglicherweise nach veralteten Spezifikationen gefertigt.
  • Fehlende Freigabeprozesse: Konstruktionsänderungen, die nicht formal freigegeben und kommuniziert werden, führen dazu, dass Hersteller und Auftraggeber unterschiedliche Vorstellungen vom Endprodukt haben.
  • Unklare Anforderungen an Zertifizierungen: Wenn spezifische Anforderungen, etwa an Schutzklassen oder branchenspezifische Zulassungen, nicht in der Zeichnung vermerkt sind, können diese im Fertigungsprozess übergangen werden.

Die Verantwortung für korrekte Unterlagen liegt zunächst beim Auftraggeber. Ein guter Hersteller sollte jedoch Unklarheiten aktiv ansprechen und vor Fertigungsbeginn eine verbindliche Klärung herbeiführen, anstatt Annahmen zu treffen. Achten Sie daher darauf, ob Ihr Lieferant einen definierten Freigabeprozess für Zeichnungen und Änderungen hat.

Welche Fragen sollte man einem Schaltschrank-Hersteller vor der Beauftragung stellen?

Bevor Sie einen Schaltschrank-Lieferanten auswählen, sollten Sie gezielt nach Fertigungstiefe, Qualitätsprozessen und Lieferzuverlässigkeit fragen. Die richtigen Fragen helfen Ihnen, seriöse Anbieter von solchen zu unterscheiden, die Qualitätsversprechen nicht einhalten können.

Stellen Sie potenziellen Herstellern folgende Fragen:

  1. Welche Fertigungsschritte führen Sie intern durch? Fragen Sie explizit nach Beschichtung, Schweißen und Blechbearbeitung. Externe Vergaben erhöhen das Fehlerrisiko.
  2. Verfügen Sie über ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem? Lassen Sie sich das Zertifikat zeigen und fragen Sie nach den letzten Audit-Ergebnissen.
  3. Wie gehen Sie mit Konstruktionsunterlagen und Änderungen um? Ein klarer Freigabeprozess ist ein Zeichen professioneller Projektabwicklung.
  4. Wie lang sind Ihre tatsächlichen Lieferzeiten für kundenindividuelle Lösungen? Branchenübliche Lieferzeiten bei Wettbewerbern liegen häufig bei 8 bis 12 Wochen. Fragen Sie nach konkreten Referenzwerten, nicht nach optimistischen Schätzungen.
  5. Wie ist Ihr Reklamationsprozess strukturiert? Ein Hersteller, der einen klaren Prozess benennen kann, nimmt Qualität ernst. Vage Antworten sollten Sie skeptisch machen.
  6. Können Sie Referenzen aus vergleichbaren Projekten oder Branchen vorweisen? Erfahrung in Ihrer spezifischen Anwendung, etwa Maschinen- und Anlagenbau oder Medizintechnik, reduziert das Risiko von Missverständnissen.

Ein verlässlicher Hersteller beantwortet diese Fragen konkret und ohne Ausweichen. Zögern oder allgemeine Antworten sind ein Warnsignal. Nutzen Sie auch die Möglichkeit, den Maschinenpark und die Fertigungsabläufe direkt zu besichtigen, bevor Sie eine langfristige Lieferbeziehung eingehen.

Wie wir bei Dessauer Reklamationen von Anfang an verhindern

Wir bei Dessauer haben unser gesamtes Fertigungs- und Qualitätssystem darauf ausgerichtet, Mängel zu verhindern, bevor sie entstehen. Unser DessaCompact-Wandschaltschranksystem wird vollständig intern gefertigt, von der Konstruktion und Blechbearbeitung über Schweißen und Pulverbeschichtung bis zur Baugruppenmontage. Das gibt uns die Kontrolle über jeden einzelnen Fertigungsschritt.

Konkret profitieren Sie bei uns von:

  • Hoher Fertigungstiefe: Nahezu alle Prozessschritte werden intern durchgeführt, was externe Fehlerquellen und Kommunikationsverluste minimiert.
  • Zertifiziertem Qualitätsmanagementsystem: Prozessbegleitende Kontrollen und eine lückenlose Dokumentation sichern gleichbleibend hohe Fertigungsstandards.
  • Klarem Zeichnungsfreigabeprozess: Wir klären Unklarheiten in Konstruktionsunterlagen aktiv vor Fertigungsbeginn, damit das Endprodukt exakt Ihren Anforderungen entspricht.
  • Maßgenauen Individuallösungen: Unser DessaCompact-System bietet Abmessungen in 5-mm-Stufen und ermöglicht kundenspezifische Ausbrüche, Bohrungen, Oberflächen und Verschlusssysteme nach Zeichnungsvorlage.
  • Lieferzeit von 15 Tagen: Während Wettbewerber für kundenindividuelle Schaltschränke 8 bis 12 Wochen benötigen, liefern wir in der Regel innerhalb von 15 Tagen dank eines hochmodernen Maschinenparks und optimierter Prozesse.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie wir Ihre Anforderungen umsetzen können? Sprechen Sie direkt mit unseren Ansprechpartnern und schildern Sie uns Ihr Projekt. Wir beraten Sie technisch präzise und ohne Umwege.

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