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Welche Wandschaltschränke eignen sich für den Maschinenbau?

Geöffneter Stahlschaltschrank aus schwerem Blech mit gebürsteten Metallpanelen in einer Industriehalle unter warmem Werkstattlicht.

Für den Maschinenbau eignen sich Wandschaltschränke aus Stahlblech oder Edelstahl mit mindestens Schutzart IP54, angepassten Abmessungen und den für die jeweilige Anwendung erforderlichen Zertifizierungen. Die Wahl des richtigen Wandschaltschranks hängt von Umgebungsbedingungen, Platzverhältnissen, Normvorgaben und dem Grad der Individualisierung ab. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen, die Techniker und Einkäufer bei der Auswahl stellen.

Welche Schutzarten sind für Wandschaltschränke im Maschinenbau relevant?

Im Maschinenbau sind die Schutzarten IP54 und IP65 am häufigsten anzutreffen. IP54 schützt gegen allseitigen Staubzutritt und Spritzwasser aus jeder Richtung, während IP65 vollständigen Staubschutz und Schutz gegen Strahlwasser bietet. Welche Schutzart erforderlich ist, richtet sich nach dem konkreten Einsatzort und den dort herrschenden Umgebungsbedingungen.

Die Schutzart wird nach der Norm IEC 60529 definiert und durch zwei Ziffern ausgedrückt: Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper und Staub, die zweite den Schutz gegen Wasser. Im Maschinenbau begegnen Ihnen vor allem folgende Schutzklassen:

  • IP54: Staubgeschützt und spritzwassergeschützt. Geeignet für Fertigungshallen mit moderater Staubbelastung und gelegentlichem Spritzwasser, etwa durch Kühlmittel.
  • IP65: Vollständig staubdicht und strahlwassergeschützt. Empfehlenswert bei intensiverer Reinigung mit Wasserschlauch oder erhöhter Feuchtigkeitsbelastung.
  • IP66 und IP67: Für besonders raue Umgebungen, etwa im Außenbereich oder bei Hochdruckreinigung.

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die Unterschätzung der tatsächlichen Umgebungsbedingungen. Wenn Schaltschränke in der Nähe von Bearbeitungszentren oder Spritzanlagen montiert werden, empfiehlt sich in der Regel mindestens IP65. Der Wandschaltschrank IP54 vs IP65 Unterschied liegt dabei nicht nur im Schutzgrad, sondern auch in den Anforderungen an Dichtungen und Verschlusssysteme, was sich auf Konstruktion und Kosten auswirkt.

Welche Materialien werden für Wandschaltschränke im Maschinenbau eingesetzt?

Wandschaltschränke im Maschinenbau werden überwiegend aus Stahlblech oder Edelstahl gefertigt. Stahlblech mit Pulverbeschichtung ist die wirtschaftlichste und am weitesten verbreitete Variante. Edelstahl kommt dort zum Einsatz, wo erhöhte Korrosionsbeständigkeit gefordert ist, etwa in der Lebensmittel-, Medizin- oder Umwelttechnik.

Stahlblech pulverbeschichtet

Stahlblech ist das Standardmaterial für Wandschaltschränke im Maschinenbau. Es ist gut formbar, schweißbar und lässt sich durch Pulverlackierung dauerhaft schützen. Die gängige Ausführung ist Wandschaltschrank Stahlblech pulverbeschichtet RAL 7035, da Lichtgrau in Industrieumgebungen als Norm gilt und eine gute Sichtbarkeit von Verschmutzungen ermöglicht. Auf Wunsch sind jedoch auch andere RAL-Farben oder eine Grundierung für die eigene Nachlackierung möglich.

Edelstahl

Edelstahlgehäuse bieten deutlich höhere Beständigkeit gegenüber aggressiven Medien, Feuchtigkeit und chemischen Reinigungsmitteln. Sie sind schwerer und teurer als Stahlblechvarianten, aber in Branchen mit strengen Hygieneanforderungen unverzichtbar. Beim Wandschaltschrank Edelstahl vs Stahlblech Vergleich gilt: Wenn keine besonderen Korrosionsanforderungen vorliegen, ist Stahlblech die wirtschaftlich sinnvollere Wahl.

Was sind die Unterschiede zwischen Serien- und Sonderschaltschränken?

Serienschaltschränke sind in festen Abmessungen und Ausstattungsvarianten verfügbar und sofort oder kurzfristig lieferbar. Sonderschaltschränke werden nach individuellen Maßen, Ausbrüchen, Verschlusssystemen oder Oberflächenbehandlungen gefertigt und erfordern eine längere Vorlaufzeit. Für den Maschinenbau sind Sonderlösungen häufig notwendig, wenn Standardmaße nicht in die Anlage passen.

Bei Seriengehäusen schränken feste Abmessungssprünge die Integration in bestehende Anlagenkonzepte ein. Wer einen Wandschaltschrank Sondermaße bestellen möchte, erhält dagegen eine passgenaue Lösung, die sich ohne Kompromisse in die jeweilige Einbausituation einfügt. Sonderschaltschränke ermöglichen außerdem:

  • Individuelle Ausbrüche und Bohrungen nach Zeichnungsvorlage
  • Kundenspezifische RAL-Farben und Oberflächenbehandlungen
  • Integrierte Lüftungskiemen, Gewindeschweißbolzen oder Schwenkrahmen
  • Angepasste Verschlusssysteme und Betätigungen

Der wesentliche Nachteil von Sonderlösungen war lange die Lieferzeit. Während viele Hersteller bei individuellen Schaltschränken 8 bis 12 Wochen Lieferzeit einkalkulieren, lassen sich mit modernem Maschinenpark und durchgängig interner Fertigung deutlich kürzere Durchlaufzeiten realisieren. Das ist für Maschinenbauer, die unter Termindruck stehen, ein entscheidender Faktor.

Welche Normen und Zertifizierungen müssen Wandschaltschränke im Maschinenbau erfüllen?

Wandschaltschränke im Maschinenbau müssen in der Regel die Norm IEC 60529 für Schutzarten und die Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU erfüllen. Für spezifische Anwendungen, etwa im Schienenverkehr, kommen zusätzliche Zertifizierungen wie die EN 45545 für Brandschutz oder Bahnzulassungen hinzu.

Die relevantesten Normen im Überblick:

  • IEC 60529 / DIN EN 60529: Definiert die Schutzarten (IP-Code) für elektrische Betriebsmittel.
  • EN 62208: Legt Anforderungen an leere Gehäuse für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen fest.
  • Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU: Pflicht für das Inverkehrbringen elektrischer Betriebsmittel in der EU, Grundlage für die CE-Kennzeichnung.
  • Maschinenrichtlinie 2006/42/EG: Relevant, wenn der Schaltschrank Bestandteil einer Maschine ist.
  • EN 45545: Brandschutzanforderungen für Schienenfahrzeuge, notwendig bei Bahnzulassung.

Wer als Techniker früh im Projektprozess die Anforderungen definiert, sollte die Normvorgaben des jeweiligen Endmarktes kennen. Exportprodukte können zusätzliche Anforderungen mitbringen, etwa UL-Zertifizierungen für den nordamerikanischen Markt.

Wie wird ein Wandschaltschrank richtig dimensioniert?

Die richtige Dimensionierung eines Wandschaltschranks ergibt sich aus dem Platzbedarf der einzubauenden Komponenten, den Anforderungen an Kabelführung und Wärmeableitung sowie den verfügbaren Einbaumaßen am Montageort. Grundregel: Mindestens 20 bis 30 Prozent freie Fläche für Erweiterungen und Wärmeabfuhr einplanen.

Bei der Dimensionierung von Wandschaltschrank Maße und Abmessungen sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • Komponentenplatzbedarf: Schienen, Klemmen, Sicherungen, Schütze und Steuerungskomponenten müssen mit ausreichend Abstand angeordnet werden.
  • Kabeleinführung: Anzahl und Querschnitt der Kabel bestimmen den Platzbedarf für Kabelkanäle und Einführungsöffnungen.
  • Wärmeentwicklung: Verlustleistung der Komponenten und die maximal zulässige Innentemperatur bestimmen, ob passive Belüftung ausreicht oder aktive Kühlung erforderlich ist.
  • Montagetiefe: Tiefe Komponenten wie Frequenzumrichter erfordern entsprechend tiefe Gehäuse, oft 200 mm und mehr.
  • Schwenkrahmen: Ein Wandschaltschrank mit Schwenkrahmen ermöglicht den einfachen Zugang zur Rückseite der Montageplatte und ist bei dichter Verdrahtung besonders praktisch.

Für Sondermaße empfiehlt sich eine enge Abstimmung mit dem Hersteller bereits in der Konstruktionsphase. Variantensysteme, die Höhen, Breiten und Tiefen in kleinen Stufen anbieten, geben dabei die größte Flexibilität ohne den Aufwand einer Einzelanfertigung.

Wann lohnt sich ein Wandschaltschrank als Komplettlösung mit Montage?

Eine Komplettlösung mit Montage lohnt sich, wenn interne Kapazitäten für den Schaltschrankbau fehlen, die Fertigungstiefe erhöht werden soll oder ein Anbieter die gesamte Wertschöpfung von der Konstruktion bis zur bestückten Baugruppe übernehmen kann. Sie reduziert Schnittstellen, verkürzt Projektlaufzeiten und verlagert Verantwortung an einen erfahrenen Partner.

Für Maschinenbauer, die unter Termindruck stehen oder ihre eigene Fertigung nicht für den Schaltschrankbau auslasten möchten, ist die Auslagerung an einen spezialisierten Hersteller wirtschaftlich sinnvoll. Entscheidend ist dabei, dass der Partner nicht nur das Gehäuse liefert, sondern auch Konstruktion, Oberflächenbehandlung und Montage aus einer Hand anbietet. Das vermeidet Reibungsverluste durch externe Zulieferer und gibt Ihnen einen einzigen Ansprechpartner für das gesamte Projekt.

So unterstützt Dessauer SG bei der Auswahl und Fertigung von Wandschaltschränken

Wir bei Dessauer SG entwickeln und fertigen Wandschaltschränke für anspruchsvolle Industriekunden, die individuelle Lösungen mit kurzen Lieferzeiten benötigen. Unser DessaCompact-Variantensystem bietet Ihnen:

  • Abmessungen von 300 bis 1.200 mm Höhe, 200 bis 1.200 mm Breite und 120 bis 400 mm Tiefe, jeweils in 5-mm-Stufen
  • Ausführungen in Stahlblech pulverbeschichtet (RAL nach Wunsch) oder Edelstahl
  • Individuelle Ausbrüche, Bohrungen, Lüftungskiemen und Schwenkrahmen nach Zeichnungsvorlage
  • Schutzarten bis IP65 und darüber hinaus, abgestimmt auf Ihre Einsatzbedingungen
  • Komplettlösungen von der Konstruktion über die Schweißtechnik bis zur montierten Baugruppe
  • Lieferzeit von 15 Werktagen für kundenindividuelle Schaltschränke, während Wettbewerber typischerweise 8 bis 12 Wochen benötigen

Unser zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem und ein hochmoderner Maschinenpark sichern gleichbleibend hohe Fertigungsstandards bei voller Transparenz über den gesamten Produktionsprozess. Wenn Sie konkrete Anforderungen haben oder ein Projekt besprechen möchten, sprechen Sie unsere Ansprechpartner direkt an.

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