Im Maschinenbau sind Wandschaltschränke mit Höhen von 300 bis 800 mm, Breiten von 200 bis 600 mm und Tiefen von 150 bis 300 mm am häufigsten anzutreffen. Die genauen Abmessungen hängen dabei von der Anzahl und Größe der einzubauenden Komponenten, dem verfügbaren Einbauraum an der Anlage sowie den geforderten Schutzarten ab. Die folgenden Abschnitte beleuchten Normgrößen, typische Einsatzbereiche, die Bedeutung von Schutzart und Tiefe sowie die Frage, wann Sondermaße sinnvoll sind.
Welche Normgrößen gibt es bei Wandschaltschränken?
Wandschaltschränke folgen keiner einheitlichen DIN-Norm für Außenmaße, orientieren sich aber in der Praxis an einem weitgehend etablierten Raster. Gängige Höhen liegen bei 300, 400, 500, 600, 800 und 1.000 mm, Breiten bei 200, 300, 400, 500, 600 und 800 mm, Tiefen üblicherweise zwischen 120 und 300 mm. Diese Kombinationen haben sich branchenweit als praktikabel erwiesen und werden von den meisten Herstellern als Standardprogramm angeboten.
Wichtig ist zu verstehen, dass diese Rastermaße keine verbindliche Normierung im Sinne einer DIN- oder EN-Vorschrift darstellen. Sie sind vielmehr ein Ergebnis jahrzehntelanger Marktentwicklung und spiegeln wider, welche Abmessungen sich in der Praxis bewährt haben. Normiert sind hingegen Schutzarten (IEC 60529), Materialanforderungen und elektrische Sicherheitsaspekte, nicht jedoch die geometrischen Außenmaße des Gehäuses selbst.
Für Planer und Konstrukteure bedeutet das: Das Raster gibt Orientierung, schreibt aber nichts vor. Wer eine Anlage mit ungewöhnlichen Platzverhältnissen ausstattet, ist nicht auf diese Standardgrößen beschränkt.
Welche Maße sind im Maschinenbau am häufigsten im Einsatz?
Im Maschinenbau dominieren Wandschaltschränke mit Abmessungen von 400 x 300 x 200 mm (H x B x T) bis 800 x 600 x 300 mm. Diese Größen bieten ausreichend Platz für typische Steuerungskomponenten wie Klemmenleisten, Sicherungsautomaten, Schütze und kleinere Frequenzumrichter, ohne den verfügbaren Wandraum an einer Maschine oder Anlage übermäßig zu beanspruchen.
Besonders häufig anzutreffen sind folgende Kombinationen:
- 400 x 300 x 200 mm: Für kompakte Steuerungseinheiten mit wenigen Komponenten, etwa an Einzelmaschinen oder Nebenaggregaten
- 600 x 400 x 250 mm: Standardgröße für mittlere Steuerungsaufgaben mit Klemmenleisten, Schutzschaltern und Signalverarbeitungsmodulen
- 800 x 600 x 300 mm: Für komplexere Anwendungen mit mehreren Schaltkreisen, Frequenzumrichtern oder SPS-Einheiten
- 1.000 x 800 x 300 mm: Im Anlagenbau, wenn größere Leistungskomponenten oder umfangreiche Verdrahtung untergebracht werden müssen
Die Tiefe von 200 bis 300 mm gilt dabei als praktischer Richtwert für die meisten Anwendungen. Tiefere Gehäuse werden vor allem dann gewählt, wenn Kabelmanagement, Kühlkörper oder tiefe Baugruppen wie Frequenzumrichter eingebaut werden sollen.
Was bedeuten Schutzart und Tiefe für die Maßwahl?
Die geforderte Schutzart beeinflusst die Wandschaltschrank-Maße direkt, weil höhere Schutzklassen eine aufwendigere Dichtungskonstruktion erfordern und damit die Mindesttiefe des Gehäuses beeinflussen. Ein Schaltschrank mit IP65 benötigt rundum dichte Türdichtungen und eine präzise gefertigte Dichtkante, was gegenüber einem IP54-Gehäuse in der Regel mehr Materialstärke und konstruktive Tiefe erfordert.
IP54 vs. IP65: Was ist der Unterschied?
IP54 schützt gegen Staubablagerungen und Spritzwasser aus beliebiger Richtung. IP65 bietet vollständigen Staubschutz und Schutz gegen Strahlwasser. Im Maschinenbau ist IP54 der häufig ausreichende Standard für trockene bis leicht feuchte Produktionsumgebungen. IP65 wird überall dort gefordert, wo Reinigungsprozesse mit Wasserstrahl, Spritzwasser oder erhöhte Feuchtebelastung auftreten, etwa in der Lebensmittelindustrie oder im Außenbereich.
Wie beeinflusst die Tiefe die Komponentenauswahl?
Die Gehäusetiefe bestimmt, welche Bauteile sich überhaupt einbauen lassen. Frequenzumrichter, Netzteile und tiefe Schützmodule benötigen häufig 250 mm oder mehr Einbautiefe. Wird die Tiefe zu knapp gewählt, lassen sich Türen nicht mehr schließen oder Kabel nicht ordentlich verlegen. Eine Faustregel: Das tiefste Bauteil plus mindestens 50 mm Kabelreserve ergibt die Mindestgehäusetiefe. Wer einen Wandschaltschrank mit Schwenkrahmen plant, muss zusätzlich den Schwenkbereich des Rahmens in die Tiefenkalkulation einbeziehen.
Wann reicht eine Normgröße – und wann braucht man Sondermaße?
Eine Normgröße reicht aus, wenn die einzubauenden Komponenten bekannt sind und im Standardraster unterzubringen sind, der Einbauraum an der Maschine keine besonderen Einschränkungen aufweist und keine spezifischen Zertifizierungen besondere Gehäusegeometrien erfordern. In diesen Fällen bieten Standardabmessungen den Vorteil kürzerer Beschaffungszeiten und einfacher Austauschbarkeit.
Sondermaße werden hingegen notwendig, wenn:
- Der verfügbare Wandraum an der Anlage enge Höhen- oder Breitenvorgaben macht, die kein Standardgehäuse erfüllt
- Besondere Einbausituationen, etwa in Schaltschranknischen oder hinter Verkleidungen, exakte Außenmaße erfordern
- Branchenspezifische Zulassungen, zum Beispiel für Schienenfahrzeuge oder explosionsgeschützte Bereiche, bestimmte Gehäusekonstruktionen vorschreiben
- Mehrere Schaltschränke in einer Reihenanordnung lückenlos nebeneinander montiert werden sollen
- Funktionselemente wie Kabeleinführungen, Lüftungsöffnungen oder Bedienfelder an definierten Positionen sitzen müssen
In der Praxis zeigt sich, dass gerade im Sondermaschinenbau und bei kundenspezifischen Anlagen Sondermaße häufiger benötigt werden als zunächst erwartet. Der Aufwand für die Planung ist dabei überschaubar, wenn der Hersteller frühzeitig eingebunden wird und auf ein flexibles Fertigungssystem zurückgreifen kann.
Wie wirken sich die Maße auf Montage und Zulassung aus?
Die Gehäusemaße eines Wandschaltschranks beeinflussen sowohl die Montagebedingungen vor Ort als auch die Zulassungsanforderungen für die Gesamtanlage. Zu groß gewählte Gehäuse erschweren die Wandmontage in beengten Räumen, zu kleine Gehäuse gefährden die vorgeschriebenen Luft- und Kriechstrecken zwischen spannungsführenden Teilen.
Für die CE-Kennzeichnung von Maschinen und Anlagen schreibt die Maschinenrichtlinie beziehungsweise die Niederspannungsrichtlinie vor, dass elektrische Betriebsmittel sicher untergebracht und zugänglich sein müssen. Die Gehäusegröße muss ausreichend Platz für normgerechte Verdrahtung, Beschriftung und Wartungszugang bieten. Zu enge Gehäuse, in denen Kabel gequetscht oder Abstände nicht eingehalten werden können, führen bei der Abnahme zu Beanstandungen.
Bei Anwendungen mit besonderen Zulassungsanforderungen, etwa Bahnzulassungen nach EN 45545 oder ATEX-Anforderungen für explosionsgefährdete Bereiche, können die Maße direkt durch die Zulassungsvorschriften beeinflusst werden. In diesen Fällen ist die enge Abstimmung zwischen Konstrukteur und Gehäusehersteller von Anfang an entscheidend, um kostspielige Nacharbeiten zu vermeiden. Auch die Schweißtechnik und Gehäusekonstruktion spielen dabei eine Rolle, weil bestimmte Zulassungen spezifische Fertigungsverfahren vorschreiben.
Wie Dessauer SG bei der Wandschaltschrank-Maßwahl unterstützt
Wir bei Dessauer SG haben mit dem DessaCompact ein Wandschaltschrank-Variantensystem entwickelt, das genau auf die beschriebenen Anforderungen des Maschinenbaus ausgelegt ist. Statt Sie auf ein starres Standardprogramm zu beschränken, bieten wir Ihnen maximale Flexibilität bei gleichzeitig kurzen Lieferzeiten:
- Maße in 5-mm-Stufen: Höhen von 300 bis 1.200 mm, Breiten von 200 bis 1.200 mm, Tiefen von 120 bis 400 mm, jeweils frei kombinierbar
- Material nach Anforderung: Stahlblech pulverbeschichtet in RAL 7035 oder kundenspezifischen Farben, wahlweise auch Edelstahl für anspruchsvolle Umgebungen
- Individuelle Ausführungen: Ausbrüche, Bohrungen, Lüftungsöffnungen, Schwenkrahmen und Gewindeschweißbolzen nach Ihrer Zeichnungsvorlage
- Schutzarten IP54 und IP65 durch doppelt abgekantete, umlaufende Dichtkante
- Lieferzeit ab 15 Werktagen für kundenindividuelle Sondermaße, während Wettbewerber häufig 8 bis 12 Wochen benötigen
Ob Sie ein einzelnes Gehäuse für einen Prototyp oder eine Serie für eine laufende Produktion benötigen: Wir begleiten Sie von der ersten Maßanfrage bis zur fertigen Baugruppe. Sprechen Sie uns an und schildern Sie Ihre Anforderungen. Unsere Ansprechpartner beraten Sie konkret und ohne Umwege.
Ähnliche Artikel
- Welche Schutzklasse braucht ein Wandschaltschrank im Außenbereich?
- Was ist ein Wandschaltschrank und wofür wird er verwendet?
- Was verursacht lange Lieferzeiten bei Sonder-Schaltschränken?
- Wie wirkt sich das Material auf die Lebensdauer des Schaltschranks aus?
- Was ist bei der Planung eines Wandschaltschranks zu beachten?
Dieser Inhalt wurde mithilfe von KI erstellt und kann Fehler enthalten.