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Welche Vorteile bietet ein Wandschaltschrank mit Schwenkrahmen?

Wandmontierter Stahlschaltschrank mit geöffnetem Schwenkrahmen und Montageschienen, an einer Betonwand in einer Industriewerkstatt.

Ein Wandschaltschrank mit Schwenkrahmen bietet vor allem einen entscheidenden Vorteil: Er ermöglicht den bequemen Zugang zur Rückseite der montierten Komponenten, ohne den Schrank von der Wand zu nehmen oder die Verdrahtung zu unterbrechen. Der Schwenkrahmen lässt sich wie eine Tür nach vorne klappen und gibt so die Rückseite der Montagefläche frei. Das spart Zeit bei der Erstinstallation, bei Änderungen und bei der laufenden Wartung. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Einsatzbereiche, Normen und die Entscheidung für eine Sonderlösung.

Für welche Anwendungen ist ein Schwenkrahmen im Wandschaltschrank geeignet?

Ein Schwenkrahmen eignet sich besonders für Wandschaltschränke, die regelmäßig gewartet, erweitert oder umprogrammiert werden müssen. Überall dort, wo Techniker häufig Zugriff auf die Rückseite der Montageplatte benötigen, etwa bei SPS-Steuerungen, Frequenzumrichtern oder komplexen Klemmenleisten, bringt der Schwenkrahmen einen spürbaren Zeitvorteil gegenüber einer fest verschraubten Platte.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Steuerungs- und Schaltanlagen im Maschinen- und Anlagenbau
  • Prüfstände und Sondermaschinen mit häufig wechselnden Konfigurationen
  • Anlagen in der Umwelt- und Energietechnik, bei denen regelmäßige Inspektionen vorgeschrieben sind
  • Medizintechnische Einrichtungen, in denen Dokumentationspflichten eine lückenlose Zugänglichkeit erfordern
  • Schaltschränke in beengten Einbausituationen, bei denen seitlicher Zugang nicht möglich ist

Weniger sinnvoll ist ein Schwenkrahmen bei sehr einfachen Anwendungen mit wenigen, selten zu ändernden Komponenten. Dort reicht eine fest montierte Montageplatte vollkommen aus und reduziert den mechanischen Aufwand im Schrank.

Wie erleichtert ein Schwenkrahmen die Verdrahtung und Wartung?

Der Schwenkrahmen erleichtert Verdrahtung und Wartung, weil er den Zugang zur Kabelrückführung, zu Kabelkanälen und zu rückseitig angeschlossenen Leitungen ermöglicht, ohne den Schrank demontieren zu müssen. Der Techniker klappt den Rahmen auf, arbeitet ergonomisch von vorne und hat gleichzeitig Sicht auf Vorder- und Rückseite der installierten Komponenten.

Konkret wirkt sich das in folgenden Situationen aus:

  • Erstinstallation: Kabel können vor dem Einschwenken des Rahmens verlegt und angeschlossen werden, was die Zugänglichkeit deutlich verbessert.
  • Nachträgliche Änderungen: Zusätzliche Leitungen oder Komponenten lassen sich einbauen, ohne bestehende Verdrahtung zu beschädigen.
  • Fehlersuche: Messleitungen können gleichzeitig vorne und hinten angelegt werden, was die Diagnosezeit verkürzt.
  • Reinigung und Inspektion: Staub und Ablagerungen auf der Rückseite der Montageplatte sind erreichbar, was die Lebensdauer empfindlicher Komponenten verlängert.

Besonders in der Serienfertigung von Steuerungsschränken reduziert der Schwenkrahmen den Zeitaufwand pro Einheit messbar, weil standardisierte Verdrahtungsabläufe effizienter durchgeführt werden können.

Welche Komponenten lassen sich auf einem Schwenkrahmen montieren?

Auf einem Schwenkrahmen lassen sich grundsätzlich alle Komponenten montieren, die auch auf einer herkömmlichen Montageplatte befestigt werden. Entscheidend ist das zulässige Flächengewicht des Rahmens, das vom Hersteller angegeben wird. Typischerweise sind das Hutschienen für Reihenklemmen und Schutzschalter, Kabelkanäle, Steuerungskomponenten sowie kleinere Frequenzumrichter.

Folgende Komponenten sind in der Praxis besonders häufig auf Schwenkrahmen anzutreffen:

  • Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und deren Ein-/Ausgabebaugruppen
  • Reihenklemmen und Klemmenleisten auf Hutschiene
  • Leitungsschutzschalter und Sicherungsautomaten
  • Netzteile und Stromversorgungsmodule
  • Kleinere Frequenzumrichter und Motorschutzschalter
  • Netzwerkkomponenten wie Ethernet-Switches für Industrieumgebungen

Schwere Transformatoren oder große Frequenzumrichter werden in der Regel nicht auf dem Schwenkrahmen, sondern auf einer zusätzlichen, fest montierten Bodenplatte oder direkt im Gehäuse befestigt. Das schützt die Schwenkmechanik und erhält die Stabilität des Rahmens dauerhaft.

Was sind die Unterschiede zwischen Schwenkrahmen und fest montierter Montageplatte?

Der wesentliche Unterschied liegt in der Zugänglichkeit: Eine fest montierte Montageplatte sitzt starr im Gehäuse und erlaubt nur Zugang von vorne. Der Schwenkrahmen hingegen lässt sich nach vorne klappen und gibt die Rückseite frei. Dafür ist er konstruktiv aufwendiger und in der Regel für geringere Flächenlasten ausgelegt als eine vollflächige Stahlblechplatte.

Fest montierte Montageplatte

Die klassische Montageplatte ist die robustere und kostengünstigere Variante. Sie trägt höhere Lasten, ist mechanisch einfacher und eignet sich für Anwendungen, bei denen nach der Inbetriebnahme selten eingegriffen wird. Für Sondermaße und spezifische Bohrungsbilder lässt sie sich präzise nach Zeichnung fertigen.

Schwenkrahmen

Der Schwenkrahmen erfordert eine sorgfältige Planung der Kabelführung, weil die Leitungen die Schwenkbewegung mitmachen müssen. Kabel dürfen nicht zu kurz bemessen sein und sollten mit ausreichend Schlaufe geführt werden. Der Vorteil liegt klar in der Zeitersparnis bei wiederkehrenden Arbeiten. Für Schränke mit hoher Wartungsfrequenz ist er die wirtschaftlich sinnvollere Wahl, auch wenn die Anschaffungskosten etwas höher liegen.

Welche Normen und Schutzarten gelten für Wandschaltschränke mit Schwenkrahmen?

Wandschaltschränke mit Schwenkrahmen unterliegen denselben Normen wie alle Schaltschrankgehäuse, insbesondere der EN 62208 für leere Gehäuse und der EN 61439 für die fertig bestückte Schaltanlage. Die erreichbare Schutzart nach IP-Klassifikation (IEC 60529) hängt von der Dichtheit des Gehäuses ab, nicht vom Schwenkrahmen selbst.

In der Praxis sind folgende Schutzarten bei Wandschaltschränken mit Schwenkrahmen relevant:

  • IP54: Schutz gegen Staub (begrenzt) und Spritzwasser aus allen Richtungen. Ausreichend für viele Industrieumgebungen in Maschinennähe.
  • IP65: Vollständiger Staubschutz und Schutz gegen Strahlwasser. Geeignet für Außenanlagen, Lebensmittelproduktion und Bereiche mit Reinigungsanlagen.
  • IP66: Erhöhter Schutz gegen starkes Strahlwasser, beispielsweise in der Außenmontage unter widrigen Witterungsbedingungen.

Wichtig: Der Schwenkrahmen selbst beeinflusst die Schutzart nicht, solange er im geschlossenen Zustand vollständig hinter der Tür liegt. Die Dichtigkeit wird durch das Gehäuse, die Türdichtung und die umlaufende Dichtkante bestimmt. Wer einen Wandschaltschrank kaufen möchte und dabei auf eine bestimmte Schutzart angewiesen ist, sollte diese bereits in der Konstruktionsphase festlegen, damit Gehäuse und Anbauteile aufeinander abgestimmt werden.

Wann lohnt sich eine individuelle Sonderlösung gegenüber einem Standardschrank?

Eine individuelle Sonderlösung lohnt sich, wenn ein Standardschrank in Maßen, Schutzart, Material oder Ausstattung nicht passt und Kompromisse die Funktion oder die Montage beeinträchtigen würden. Sobald ein Standardgehäuse an drei oder mehr Stellen angepasst werden müsste, ist eine maßgefertigte Lösung oft wirtschaftlicher und technisch sauberer.

Typische Situationen, in denen eine Sonderlösung ein klarer Vorteil ist:

  • Beengte Einbausituation mit abweichenden Höhen-, Breiten- oder Tiefenmaßen
  • Spezifische Zertifizierungsanforderungen, etwa Bahnzulassung oder Ex-Schutz
  • Besondere Materialanforderungen wie Edelstahl für Reinraumumgebungen
  • Kundenspezifische RAL-Farben oder Oberflächen, die zum Maschinendesign passen müssen
  • Integrierte Ausbrüche, Lüftungskiemen oder Kabeleinführungen nach Zeichnung
  • Kombination aus Schwenkrahmen, spezifischen Verschlusssystemen und Sondermaßen

Ein häufiges Gegenargument ist die Lieferzeit. Individuell gefertigte Schränke galten lange als zeitintensiv. Das ist heute nicht mehr zwingend so, wenn der Hersteller über einen modernen Maschinenpark und eine weitgehend interne Fertigung verfügt.

So unterstützt Dessauer SG bei Wandschaltschränken mit Schwenkrahmen

Wir bei Dessauer SG fertigen Wandschaltschränke als maßgeschneiderte Lösung, die von Anfang an auf Ihre technischen Anforderungen zugeschnitten ist. Mit unserem DessaCompact-Variantensystem bieten wir Ihnen:

  • Maße von 300 bis 1.200 mm in Höhe, Breite und Tiefe in 5-mm-Stufen, inklusive Schwenkrahmen nach Bedarf
  • Gehäuse aus Stahlblech oder Edelstahl, pulverbeschichtet in kundenspezifischen RAL-Farben oder mit Grundierung für eigene Nachlackierung
  • Ausbrüche, Bohrungen, Lüftungskiemen und Gewindeschweißbolzen nach Ihrer Zeichnung
  • Individuelle Verschlusssysteme und Schutzarten bis IP66
  • Lieferung in 15 Werktagen für kundenindividuelle Schaltschränke, während Wettbewerber häufig 8 bis 12 Wochen benötigen
  • Begleitung von der Konstruktion bis zur Baugruppenmontage aus einer Hand

Unsere Schweißtechnik und der hochmoderne Maschinenpark ermöglichen uns kurze Durchlaufzeiten bei gleichbleibend hoher Fertigungsqualität, gesichert durch ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem. Ob Sie einen Einzelschrank mit Schwenkrahmen für einen Prüfstand benötigen oder eine Serie für den Maschinenbau: Sprechen Sie uns an. Unsere Ansprechpartner beraten Sie technisch konkret und erstellen Ihnen ein Angebot auf Basis Ihrer Zeichnung oder Spezifikation.

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